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Breite Einigung für Neustrukturierung der Gemeindewohnungen

INFORMATION 26.06.2026

Die Stadt Bruck an der Mur fasste einen historischen Beschluss: Mit einer breiten Mehrheit von 28 von 30 Stimmen – getragen von ÖVP, FPÖ, SPÖ, Neues Bruck, NEOS und Grünen – wurde ein Grundsatzbeschluss zur Neustrukturierung der Gemeindewohnungen verabschiedet. 

Die KPÖ schloss sich der Einigung nicht an. Damit ist der Weg frei für eine strukturelle Lösung eines Problems, das die Stadt seit rund einem Jahrzehnt belastet.

Bürgermeisterin Susanne Kaltenegger betont, dass dieser Tag ein Wendepunkt für die Stadt sei und erinnerte an die Budgetpräsentation Ende 2025, in der erstmals offen dargelegt wurde, wie zentral das Thema der Gemeindewohnungen für die Zukunft der Stadt ist. Konsolidierung könne nicht allein durch Sparen oder Mehreinnahmen erfolgen, sondern brauche Lösungen für strukturelle Herausforderungen.

„Wenn jede vierte Wohnung leer steht, wenn wir hohen Sanierungsbedarf und gleichzeitig keine Rücklagen haben und mit den Wohnungen ein jährliches Defizit von einer halben Million Euro machen, müssen wir handeln“, so Kaltenegger. Die nun gefundene Einigung sieht vor, einen Teil der Gemeindewohnungen zu veräußern, um die Abgänge zu reduzieren und gleichzeitig die verbleibenden Wohnungen zu sanieren.

Mit dem Grundsatzbeschluss beginnt nun die Trendwende in der Bewirtschaftung der Gemeindewohnungen. Eine Steuerungsgruppe wird in den kommenden Wochen den Prozess professionell begleiten.

Vizebürgermeister Raphael Pensl betont, dass die Stadt natürlich dafür Sorge trage, auch zukünftig leistbaren Wohnraum für alle Generationen zur Verfügung zu stellen.

Vizebürgermeister Gregor Tuttinger verweist darauf, dass der Verkauf von Gemeindewohnungen ein emotionales Thema, aber jetzt der richtige Zeitpunkt ist, den Bestand zu sanieren und modernes, attraktives Wohnen anzubieten.

Finanzreferent Helmut Sommer betont die historische Chance dieses politischen Schulterschlusses und die Tatsache, dass damit nicht nur das Budget nachhaltig entlastet werde, sondern auch die größte Sanierungsoffensive für Gemeindewohnungen, die es jemals in Bruck an der Mur gegeben hat, eingeleitet werde.

Kletus Schranz (Neues Bruck) freut sich über den Konsens, um die Bewirtschaftung maßgeblich zu verbessern. Sebastian Wintschnig (NEOS) begrüßt ebenfalls den Beschluss und Petra Schirnhofer (Grüne) unterstützt diesen Schritt, weil er hilft, den großen Leerstand zu verringern und die verbliebenen Wohnungen endlich instand zu setzen. Bürgermeisterin Susanne Kaltenegger betont, dass die Einigung ein starkes Signal an die Bevölkerung sei: „Es ist möglich, in Bruck an der Mur selbst zu kontroversiellen Themen eine gemeinsame Lösung zu finden. Für diese ehrliche Bereitschaft möchte ich mich ausdrücklich bedanken.“
 

Fakten zu den Brucker Gemeindewohnungen

Stand 2026: Rund 680 Gemeindewohnungen verteilt auf 70 Objekte im gesamten Stadtgebiet

Leerstand 2020: 15,7 Prozent
Leerstand 2021: 18,1 Prozent
Leerstand 2022: 18,8 Prozent
Leerstand 2023: 19,9 Prozent
Leerstand 2024: 22,8 Prozent
Leerstand 2025: 25,7 Prozent
Leerstand 2026: 29,2 Prozent

Rücklagen (Mietzinsreserve) Stand 2026: 2.995,68 Euro

Abgang (Finanzierungshaushalt) seit 2020: -1.509.055,23 Euro 

Welche Objekte sind von der Neustrukturierung betroffen?

Hubertusstraße: Hausnummer 2 (8 Wohneinheiten), 3 (6 Wohneinheiten), 4 (8 Wohneinheiten) und 5 (6 Wohneinheiten).

Knottingerstraße: Hausnummer 14 (14 Wohneinheiten), 15 (12 Wohneinheiten) und 16 (14 Wohneinheiten).

Flurgasse: Hausnummer 2 (8 Wohneinheiten), 4 (8 Wohneinheiten), 6 (12 Wohneinheiten), 8 (12 Wohneinheiten), 10 (12 Wohneinheiten) und 12 (12 Wohneinheiten).

Schleifengasse: Hausnummer 6 (10 Wohneinheiten) und 8 (9 Wohneinheiten).

Oberaichstraße: Hausnummer 12 und 14 (6 Wohneinheiten).

„Soziale Gerechtigkeit heißt, das Eigentum der Allgemeinheit weiterzuentwickeln. Erlöse dürfen nicht versickern, sondern müssen gezielt in die Modernisierung, Energieeffizienz und Zukunfts-fähigkeit des Bestands investiert werden.“
Gregor Tuttinger, SPÖ Bruck

„Wir zeigen, wie wir sozialen Wohnbau trotz der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verantwortungsvoll in die Zukunft führen.“
Helmut Sommer, Brucker Volkspartei

„Mit dieser Maßnahme wird die Grundlage geschaffen, um langfristig sozialen Wohnbau abzusichern.“
Raphael Pensl, FPÖ Bruck

„Endlich wird aus dem reinen Reagieren auf Dringlichkeiten und Notwendigkeiten ein aktives gestalten.“
Kletus Schranz, Neues Bruck

„Mit dieser Maßnahme wird die Grundlage geschaffen, um langfristig sozialen Wohnbau in Bruck an der Mur abzusichern.“
Sebastian Wintschnig, Neos Bruck

„Die Stadt hat damit die Möglichkeit,  ihr soziales Engagement neu zu gestalten und zukunftsfit auszurichten.“
Petra Schirnhofer, Die Grünen 

Fragen und Antworten zur Neustrukturierung der Gemeindewohnungen

Die Budgetsituation ist angespannt. Soziales Engagement kann nur auf einer soliden finanziellen Basis erfolgen. Die Stadt Bruck an der Mur stellt die Weichen für die Zukunft und trifft mutige politische Entscheidungen für die Zukunft. Durch die Neuordnung der Gemeindewohnungen werden längst nötige Sanierungen und Modernisierungen ermöglicht. Gleichzeitig wird das Stadtbudget entlastet und Geld für andere dringende Projekte frei. 

Der Gemeindebau stellt in seiner aktuellen Größe und Form in den nächsten Jahren einerseits eine hohe Darlehensbelastung dar und würde andererseits Kosten für Sanierungen mit sich bringen. Dies ist durch die Stadt nicht aufzubringen. Der Fortbestand des sozialen Wohnbaus wäre gefährdet. Deswegen wird jetzt gehandelt, um die Neuordnung aktiv mitgestalten zu können.

Die Stadt Bruck an der Mur bietet einen Teil ihrer Gemeindewohnungen an. Ein von Experten erhobenes Portfolio setzt sich aus Objekten in der Oberaichstraße, der Schleifengasse, der Flurgasse, der Hubertusstraße und der Knottingerstraße zusammen.
 

Insgesamt verfügt die Stadt aktuell über rund 680 Gemeindewohnungen.

Im Zuge der Neustrukturierung der Gemeindewohnungen will sich die Stadt von 157 der insgesamt rund 680 Gemeindewohnungen trennen. Somit bleiben rund 520 im städtischen Eigentum. 

Kommunaler Wohnbau ist kein finanzielles Profitmodell. Die aktuelle wirtschaftliche Lage lässt keine Investitionen in den Immobilienbestand im erforderlichen Ausmaß zu. Die Stadt stellt durch diesen Konsolidierungsprozess die Weichen für die Zukunft.

Der kommunale Wohnbau wird neu geordnet und zukunftsorientiert aufgestellt. Gleichzeitig wird das Budget der Stadt Bruck an der Mur nachhaltig entlastet. Die Neuaufstellung des kommunalen Wohnbaus zielt auf eine Steigerung der Wohnqualität für die Mieter ab und ermöglicht gleichzeitig eine Entlastung des Stadtbudgets.

Vorerst nichts! In weiterer Folge besteht die Möglichkeit, dass ein neuer Eigentümer in die Immobilien investiert und sich die Qualität der Immobilie dadurch verbessert. Dies wäre im Besitz der Stadt nicht in der Form möglich.

Nichts! Die Stadt Bruck an der Mur bleibt weiterhin Vermieterin. Es wird angestrebt, diese Objekte in Zukunft zu sanieren und zu modernisieren, wobei ein großes Augenmerk auf Wohnkomfort, thermischer Sanierung, Klimaschutz und Nachhaltigkeit liegt.

Für die Mieter besteht kein Handlungsbedarf. Die Stadt Bruck an der Mur wird frühzeitig und direkt über aktuelle Entwicklungen informieren.

Vom erzielten Erlös sind alle mit der Neustrukturierung verbundenen Kosten zu begleichen (Rechtsanwalt, Steuerberater, Verfahrensbegleitung, Vermessungen udgl.). Der Nettoerlös entspricht dem endgültig verbleibenden, budgetwirksamen Betrag und wird folgendermaßen verwendet.

80 Prozent des Betrages werden einer zweckgebundenen Rücklage für Gemeindewohnungen zugeführt. Mit dieser Rücklage wird ein Sanierungsprogramm für die verbleibenden Gemeindewohnungen finanziert. Im Rahmen des Sanierungsprogramms soll außerdem die Nutzung von Photovoltaikanlagen auf geeigneten Flächen von Gemeindewohnhäusern forciert werden, um die Betriebskosten der Gebäude zu senken.

20 Prozent des Betrages werden einer zweckgebundenen Rücklage für die Schulstandorte Volksschule Körnerstraße und Volksschule Knottinger zugeführt. Mit dieser Rücklage werden entsprechend der Dringlichkeit Sanierungsmaßnahmen an den angeführten Schulstandorten durchgeführt.

Die Marktsondierung hat ergeben, dass für die betroffenen 157 Gemeindewohnungen potenzielle Interessenten vorhanden sind. Geplant ist, die Immobilien an einen dieser Interessenten zu veräußern.

Die Stadt beabsichtigt aufgrund von rechtlichen und finanziellen Interessen nicht, einzelne Wohnungen an Privatpersonen zu verkaufen.

Nein! Mieter werden laufend von der Stadt Bruck über aktuelle Entwicklungen informiert.

Wie bisher gelten bei der Vergabe von Gemeindewohnungen auch weiterhin die Wohnungsvergaberichtlinien der Stadtgemeinde Bruck an der Mur.

Auch wird es für Menschen mit geringem Einkommen und bei sozialen Härtefällen weiterhin Beratungen und Vermittlungen an zuständige Behörden, Vereine und Organisationen geben. 

Die Sondierung läuft bis Ende 2026. Bis Ende 2027 soll der Prozess abgeschlossen sein.

Neben diesen häufig gestellten Fragen können Sie sich an das Bürgerservice der Stadt Bruck unter 0664 780 477 30 (ab 29. Juni 2026, Mo. und Mi., 8 bis 12 Uhr) oder per E-Mail an gemeindewohnungen@bruckmur.at wenden.