Bruck an der Mur regelt die Mobilität neu

Mobilität und (Rad)Verkehr standen im Mittelpunkt der aktuellen Gemeinderatssitzung. Mitte 2022 soll ein Parkraumkonzept die gesamte Parkplatzsituation in Bruck an der Mur neu regeln. Bereits ab 1. Dezember wird das Handy-Parken eingeführt. Der Beschluss über einen Radweg gegen die Einbahn in der Herzog-Ernst-Gasse wurde auf die nächste Gemeinderatssitzung im Dezember vertagt.

Mit der Stadtvision und dem im Jahr 2018 beschlossenen Radverkehrskonzept bekennt sich die Stadt Bruck zur Stärkung des Radverkehrs in der Stadt. Das Konzept teilt Bruck in acht Hauptrouten, wobei kurze Wege und direkte Verbindungen im Fokus liegen. Eine dieser Hauptrouten führt von der Murinsel über die Innenstadt in Richtung Bahnhof und impliziert das geplante Radfahren gegen die Einbahn in der Herzog-Ernst-Gasse.

Dies sorgte in den vergangenen Wochen für einiges an Gesprächsstoff. Im Gemeinderat stellte Gerald Röschel vom Büro ZIS+P Verkehrsplanung den Plan vor, der von den Fraktionen ausgiebig diskutiert wurde. Bürgermeister Peter Koch hatte sich zuletzt mit Anrainern getroffen, die sich besorgt über die Entfernung von Parkplätzen zeigten und auch das Thema Sicherheit in den Raum stellten. Koch sicherte den Anrainern zu, offene Punkte zu klären und gerade den Sicherheitsaspekt noch einmal zu prüfen. Der Tagesordnungspunkt wurde vertagt, über die dazugehörige Verordnung soll im Dezember erneut beraten werden.

Neue Parkgebührenverordnung

Als Antwort auf das ständig steigende Verkehrsaufkommen tritt in Bruck Mitte 2022 ein neues Parkraumkonzept in Kraft. Zwei wesentliche Anforderungen wurden bei der Erstellung besonders berücksichtigt: Einerseits müssen Parkmöglichkeiten für die Bewohner sichergestellt und die Parksituation der Anwohner verbessert werden, andererseits soll die Verkehrsbelastung durch geringeren Parkplatzsuchverkehr reduziert und das Parkplatzangebot für Kunden und Ladeverkehr verbessert werden. Ein Parkraumkonzept ist auch als effektives Steuerungsinstrument für die Verkehrsmittelwahl der Pendler zu sehen, da die Nutzung des öffentlichen Verkehrs wesentlich umweltfreundlicher als die Fahrt mit dem eigenen Auto ist. Das neue System bringt zudem eine Einnahmenerhöhung unter vertretbaren Tarifen für Bewohner, Kunden und Beschäftigte.

Zonen-Lösung als beste Variante

Die blaue Zone in Bruck wird ausgedehnt, hinzu kommt eine grüne Zone. Das Parken in der blauen Zone kostet künftig 60 Cent pro 30 Minuten, die maximale Parkdauer beträgt hier 180 Minuten, also drei Stunden. In der grünen Zone, in der das Parken 40 Cent pro 30 Minuten kostet, gibt es auch Pauschaltarife, der Tag kostet 7 Euro, der Monatstarif beträgt 35 Euro. Die Jahreskarte für Pendler kostet 390 Euro. Für Anrainer gibt es sowohl für die blaue Zone (nur außerhalb des Einbahnrings) als auch für die grüne Zone eine Anwohnerparkbewilligung. Diese kostet für einen genau definierten Bereich 85 Euro pro Jahr.

Handyparken in Bruck startet

Die Parkzeit wird in Bruck künftig im Minutentakt abgerechnet. Autofahrer müssen kein passendes Kleingeld mehr bereithalten und im Voraus wissen, wie lange sie parken werden. Überzahlung odereiliges Nachlösen am Automaten gehören somit der Vergangenheit an. Dazu muss man einfach die Easy Park-App auf das Smartphone herunterladen, Handynummer und Nummernschild eintippen und die gewünschte Bezahlartaus wählen: Kreditkarte, ApplePay, PayPal oder SEPA-Lastschrift.

Sportförderungen

Ebenfalls im Gemeinderat beschlossen wurden zwei Sportförderungen für den Handballverein BT Füchse und den SC Bruck in Gesamthöhe von 35.000 Euro.