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Zu
einem schrecklichen Verkehrsunfall wurden die Einsatzkräfte der Stadt
Bruck an der Mur in den frühen Morgenstunden des 31.12.2002 gerufen.
Ein mit vier jungen Menschen besetztes Fahrzeug stürzte in der Brandstätterstrasse
in die dort ca. vier Meter tiefe Mur. Das Auto wurde abgetrieben und blieb
nach knapp 100 Metern an einem alten Brückenfundament hängen. Ein 21-jähriger
Mann konnte sich durch die zerborstene Windschutzscheibe auf das Autodach
retten. Seine Hilferufe wurden von einer Anrainerin gehört, die sofort
die Gendarmerie alarmierte.
Von
der Exekutive wurde unverzüglich die Freiwillige Feuerwehr der Stadt
Bruck a.d. Mur zur Personenrettung alarmiert, welche mit 8 Fahrzeugen (KDO,
SRF, LF-B, WDF, TLF mit Jetboot, DLK, KF) zum Einsatzort (Entfernung vom
Feuerwehrhaus ca. 3km) ausrückte.
Die Erkundung des Einsatzleiters ergab einen Pkw in der Mur, der an den
Resten eines alten Brückenpfeilers angeschwemmt wurde. Auf dem Dach des
Fahrzeuges befand sich eine männliche Person, die auf Zurufe der
Rettungskräfte reagierte. Als Erstmaßnahme schwammen zwei Einsatztaucher
zum Unfallfahrzeug (Entfernung ca. 25m) und sicherten die Person und das
Fahrzeugwrack. Bei einer näheren Befragung der schwer geschockten und
bereits unterkühlten Person stellte sich heraus, dass sich im Fahrzeug
insgesamt noch 3 Personen befunden hatten, wobei aber lediglich 2
Menschenkörper leblos im Fahrzeugwrack ersichtlich waren. Diese Aussage
veranlasste den Einsatzleiter, eine sofortige Suchaktion in der Mur mit
zwei Einsatzbooten (zusätzliche Anforderung FF Kapfenberg-Stadt mit
Jetboot und Feuerwehrtauchern) durchzuführen.
Eine
Rettung der Person vom Autodach mit einem Jetboot konnte aufgrund der
starken Strömung und der Sogwirkung in unmittelbarer Nähe des
Brückenpfeilers erfolglos abgebrochen werden. Als sofortige
Ersatzmaßnahme wurde vom Rettungskorb der DLK ein Einsatztaucher
abgeseilt und die bereits stark unterkühlte Person vom Dach des
Fahrzeuges zum sicheren Ufer überbracht. Dort wurde der 21jährige Mann
vom Notarzt und dem ÖRK übernommen und in das LKH Bruck a.d Mur
eingeliefert.
Die Bergung der beiden leblosen Personen direkt aus der Mur konnte durch
die reißende Strömung nicht durchgeführt werden. Mit dem Kran wurde das
Wrack ans Ufer gehoben und anschließend die beiden Leichen aus dem
Fahrzeug geborgen. Während dieser Arbeiten wurde auch die dritte
vermisste Person leblos im Heckbereich des Fahrzeuges entdeckt und
daher die Suchaktion im unteren Murverlauf eingestellt.
Erkenntnisse:
* Nur durch das rasche Eingreifen der Feuerwehreinsatztaucher
konnte eine Person vor dem sicheren
Ertrinkungs- bzw.
Erfrierungstod gerettet werden.
* Die umfangreiche Ausrüstung einer Stützpunktfeuerwehr
bewährte sich bei diesem Einsatz umfassend. Nur durch den
parallelen Einsatz von Feuerwehrtauchern, Einsatzbooten,
DLK und Kranfahrzeug konnten die gestellten Aufgaben
bewerkstelligt werden.
* Einen hohen Stressfaktor sowie eine große psychische
Belastung stellte für alle Beteiligten das Bewusstsein von
einer, sich in unmittelbarer Lebensgefahr befindlichen Person,
mehreren Todesopfern sowie die negativen
Umgebungseinflüsse (Wetter, Mur mit starker Strömung) dar.
(BI
d. F. Ing. Christian JERAN)
BI
d. F. Ing. Christian
JERAN ist Gruppenkommandant bei der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Bruck a.d.
Mur, Beauftragter für den Vorbeugenden Brandschutz des BFV Bruck a.d. Mur und
als Angestellter der Fa. Sappi-Gratkorn für die Werkssicherheit im gesamten
Betrieb zuständig.
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